Tierschutzverein Oer-Erkenschwick e.V.

   

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Wüstenrennmäuse

Lebensweise:

Da die Landschaft ihrer ursprünglichen Heimat eher karg ist, und sich Rennmäuse im Laufe der Evolution perfekt an diese Verhältnisse angepasst haben können sie nicht nur schnell laufen, sondern auch graben, klettern und springen. Um vor Feinden geschützt zu sein, legen sie unterirdische Verstecke und Höhlen an, in denen der gesamte Familienverband sicher ist. Diese Eigenschaft hat sich bis heute gehalten und so werden sich Rennmäuse auch im heimischen Käfig immer Bauten anlegen, in denen sie sich sicher fühlen. Sie sind weder tag- noch nachtaktiv, sondern leben im zwei- bis vier- Stunden- Rhythmus: Auf kurze Ruhephasen folgen ebenso kurze Zeiten der Aktivität.

Lebenserwartung:

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer artgerecht gehaltenen Rennmaus liegt bei etwa 4 Jahren.

Ernährung:

Am besten ernährt man Rennmäuse mit einer Mischung aus Nagerfertigfutter (z.B. Hamsterfutter) und Vogelfutter. Frisches Obst und Gemüse, sowie frische Zweige (nicht jeder Zweig kann bedenkenlos gegeben werden; hierzu bitte den Fachmann fragen!) sollten natürlich auch regelmäßig gefüttert werden. Heu und Stroh wird nicht nur gefressen, sondern dient gleichzeitig der Beschäftigung und als Nestbaumaterial. Rennmäuse ernähren sich jedoch nicht nur von Obst, Gemüse und Körnerfutter, sondern fressen ab und zu auch gern mal einen Mehlwurm. Da sich jedoch viele Menschen scheuen, ihrem Tier lebende Insekten anzubieten, kann der bedarf an Eiweiß auch in Form von Joghurt oder einem Stück gekochtem Ei gegeben werden. Obwohl der Flüssigkeitsbedarf einer Rennmaus nicht sehr hoch ist, muss natürlich immer frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Haltung:

Für den Betrachter bieten Rennmäuse -sofern sie nicht gerade schlafen- eine Menge Spass. Sie sind lustig, gesellig, neugierig, überaus aktiv und pflegeleicht.
Bei der Anschaffung sollte jedoch darauf geachtet werden, den Tieren ein entsprechend großes Terrain zur Verfügung zu stellen. Das Minimum für eine Kleingruppe ist eine Grundfläche von einem halben Meter. Je größer der Käfig oder das Terrarium, desto mehr Möglichkeiten bieten sich den Mäusen bei der Gestaltung ihres Lebensraumes. Mit Wurzeln, Steinen, Ästen, Röhren und Höhlen schaffen sie sich selbst einen wunderbaren Abenteuerspielplatz. Achten Sie bitte darauf, nur natürliche Materialien zu verwenden, das ist nicht nur angenehmer für die Tiere, da ihr Spielzeug bedenkenlos benagt werden kann, sondern auch viel schöner anzusehen als buntes Plastikspielzeug. Als Bodengrund eignet sich am allerbesten eine Mischung aus Sand und Erde. Sie kann von den Mäusen am besten durchbuddelt werden. Andere Einstreu tut es natürlich auch.
Denken Sie beim Terrarium jedoch immer an eine Abdeckung, denn Rennmäuse können aus dem Stand bis zu 30 cm hoch springen! Handlesübliche Kleintierkäfige sind für die Unterbringung eher ungeeignet. Die Bodenschalen sind nie hoch genug um die von den Mäusen aufgeschüttete Einstreu im Käfig zu halten. Auch werden oft die aus Metall bestehenden Gitterstäbe benagt, was für die Tiere unter Umständen ungesund sein kann. Zum Betrachten seiner Tiere sind durchsichtige Behältnisse sowieso viel besser geeignet!
Rennmäuse sind -anders als beispielsweise Hamster- keine Einzelgänger. Sie brauchen Artgenossen um sich, je mehr desto besser. Man sollte es natürlich nicht übertreiben und unbedingt nur gleichgeschlechtliche Tiere miteinander halten, denn Mäuse sind enorm vermehrungsfreudig. Vertragen tun sich übrigens Männchen und Weibchen gleichermaßen gut.

In einem funktionierenden Familienverband leben Rennmäuse ein sehr gutes Sozialverhalten. Kommen jedoch fremde Tiere in eine bestehende Gruppe, werden diese im Normalfall sofort von den anderen getötet. Machen Sie diesbezüglich also bitte keine Experimente. Das selbe kann auch passieren, wenn ein Tier die Gruppe für kurze Zeit verlässt (z.B. bei ansteckender Krankheit). Kommt dieses Tier nach einer gewissen Zeit zurück in die Familie, werden es die anderen Mäuse unter Umständen nicht mehr erkennen. Falls Sie irgendwann in der traurigen Lage sind, nur noch eine Rennmaus zu besitzen, kann man jedoch mit einigen Tricks versuchen, eine andere einsame Maus hinzu zu setzen (hierzu bitte den Fachmann fragen!). Ob Rennmäuse Freilauf in der Wohnung bekommen sollten, muss jeder Besitzer selbst entscheiden. Wenn die Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb des Terrariums jedoch groß genug sind, ist ein Freilauf nicht zwingend nötig. In jedem Fall ist hierbei zu bedenken, das kein Spalt so klein ist, dass die Tierchen nicht dort hineinpassen. Wenn es dann darum geht, wie sie dort wieder herauskommen, hilft nur eins: Geduld. Auch können Möbel oder sogar Stromkabel benagt werden, und der Ausflug endet für die Maus tödlich. Wenn Sie ihren Tieren regelmäßigen Auslauf anbieten möchten, vergewissern Sie sich vorher, ob alles mausesicher ist!

Krankheiten:

Bei guter Unterbringung und Pflege mit ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten, angemessener Fütterung und Gruppenhaltung sind Rennmäuse recht robust. Vermieden werden sollten unbedingt die Haltung im Feuchten, Zugluft, zu fette Ernährung, Experimente bei der Gruppenzusammenstellung oder Unfälle beim Freilauf im Haus. Halten Sie Rennmäuse nie am Schwanz fest, denn die Haut reißt dort schnell und dann ist der Schwanz oder ein Teil davon für immer verloren. Vorsicht sollte man beim Umgang von kleinen Kindern mit Mäusen walten lassen, denn der kleine Körper wird von unerfahrenen Kinderhänden in Folge von stürmischen Liebkosungen gedrückt, manchmal fast zerdrückt. Erklären Sie ihrem Kind wie klein und zerbrechlich so ein Tier ist.

Besonderheiten:

Rennmäuse sind die idealen Haustiere für Menschen, die Spaß daran haben, Tieren bei ihrem Leben zuzuschauen und die nicht unbedingt ein Tier zum Schmusen haben möchten. Auch muss man damit rechnen, dass die Mäuse des Nachts eine Großbaustelle in ihrem Terrarium eröffnen und unter viel Lärm buddeln und graben, was das Zeug hält. Im Gegensatz zu Farbmäusen haben Rennmäuse jedoch die wunderbare Eigenschaft, dass ihr Urin nicht riecht und sie auch ansonsten wenig Dreck machen.